Bruder Kurt kann das nicht gefallen
Klaus-Michael Machens klagt gegen Wahl Ingo Meyers
Hildesheim (tem). Der CDU-Stadtverband Hildesheim muss seine Kandidatenkür zur Oberbürgermeisterwahl womöglich wiederholen. Gestern hat Klaus-Michael Machens bei der CDU-Geschäftsstelle in Hildesheim Klage gegen die Wahl des Parteilosen Ingo Meyer eingereicht. „Ich gehe davon aus, dass der Fall vom Parteigericht in sachlicher, aber vertraulicher Weise geklärt wird und wir in Kürze das Ergebnis bekommen“, erklärte Machens gestern auf Nachfrage.
„Da ist getrickst worden. Ich kann Unrecht nicht ertragen und werde Rechtsmittel dagegen einlegen“, hatte CDU-Mitglied Machens schon auf dem Parteitag vor einer Woche angekündigt. Bei der Wahlkreismitgliederversammlung konnte wie berichtet der parteilose Bewerber Ingo Meyer die Wahl mit 114 zu 110 Stimmen gegen CDU-Mann Christian Grahl knapp für sich entscheiden.
Machens sieht im Vorgehen des damaligen Vorstandes unter der Vorsitzenden Eva Möllring durch formelle Fehler einen „vorsätzlichen Rechtsbruch“ gegen das Niedersächsische Kommunalwahlgesetz. Parteichefin Möllring, wie Machens auch Juristin, hatte dieser rechtlichen Sichtweise beim Parteitag widersprochen.
„Unser Parteivorstand war für die Einladung zum Parteitag nicht verantwortlich“, sagt der neue Parteichef der Stadt-CDU, Frank Wodsack. Er kenne die Klage noch nicht und könne daher inhaltlich nichts dazu sagen. Der neue Parteivorstand wolle in jedem Fall eine rechtlich einwandfreie Situation. „Das dürfte im Interesse aller CDU-Mitglieder liegen“, unterstreicht Wodsack. Daher müsse jetzt das Parteigericht entscheiden.
Vorsitzender ist der frühere Richter am Landgericht, Heinz Brandes. Als die zwei Beisitzer fungieren Georg Teyssen und Ernst-Martin Behrens. Eigentlich gehört nach Auskunft von CDU-Geschäftsführer Gero Wessel auch Christian Grahl zu den Beisitzern. Wessel geht jedoch davon aus, dass sich Grahl für befangen erklärt und auf den Beisitz verzichtet.
Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Parteivorstandes in der übernächsten Woche will Wodsack über den Fall berichten. Dann müsse der Vorstand sehen, wie er mit dieser Situation umgehe. Über mögliche Konsequenzen werde der neue Parteivorstand nach dem Urteil des Parteigerichts entscheiden. (Das könnte bis hin zur Wiederholung des Parteitages mit der Wahl des OB-Kandidaten gehen.)
Klaus-Michael Machens steht mit seiner Kritik im Übrigen nicht allein. Auch Klaus Veuskens hatte auf dem Parteitag vor Verfahrensfehlern gewarnt, will aber zusätzlich zur Klage von Machens nichts unternehmen. Entschieden hat sich der CDU-Mann mittlerweile, bei der jetzt anstehenden turnusmäßigen Wahl des CDU-Ortsvereinsvorsitzenden in Itzum aus Arbeitsüberlastung nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren. Veuskens will Grahl als seinen Nachfolger vorschlagen.
„Ich verlasse mich auf den alten Parteivorstand und gehe deshalb davon aus, dass das Wahlergebnis Bestand hat. Mit etwas anderem beschäftige ich mich nicht“, kommentiert Christian Grahl auf Nachfrage dieser Zeitung die neue Entwicklung. „Als fairer Verlierer gehe ich auf keinen Fall gegen die Wahl an.“
Dass eine Wiederholung nicht ausgeschlossen ist, zeigt der CDU Kreisverband Aurich. In einem ähnlich gelagerten Fall hatte das dortige CDU Parteigericht den Beschluss des Parteitages für ungültig erklärt und das Abstimmungsergebnis über die Nominierung eines Landratskandidaten aufgehoben. Parallelen zur Nominierung des hiesigen OB-Kandidaten drängen sich durchaus auf.
Angst vor großen Tieren hatte der ehemalige Zoochef Klaus-Michel Machens noch nie. Der CDU-Mann ist als Kämpfer bekannt. Sein Rechtsempfinden ist derart stark ausgeprägt, dass er wenig Rücksicht auf andere nimmt. Natürlich wäre es ihm aus taktischen Gründen viel lieber, Bruder Kurt Machens müsste bei der OB-Wahl gegen Christian Grahl (CDU) und weitere Parteikandidaten antreten. Ihm die Klage gegen die Wahl von Ingo Meyer allein als Manöver für seinen Bruder auszulegen, wäre aber zu kurz gesprungen. Kurt Machens wird der Streit eher ungelegen kommen. Er schadet auch seinem Ansehen. Die CDU gerät nun erneut in Negativschlagzeilen. Dass sich Grahl als fairer Verlierer zeigt, spricht indes von Größe. Manfred Hüttemann
Bruder Kurt kann das nicht gefallen
Klaus-Michael Machens klagt gegen Wahl Ingo Meyers
Hildesheim (tem). Der CDU-Stadtverband Hildesheim muss seine Kandidatenkür zur Oberbürgermeisterwahl womöglich wiederholen. Gestern hat Klaus-Michael Machens bei der CDU-Geschäftsstelle in Hildesheim Klage gegen die Wahl des Parteilosen Ingo Meyer eingereicht. „Ich gehe davon aus, dass der Fall vom Parteigericht in sachlicher, aber vertraulicher Weise geklärt wird und wir in Kürze das Ergebnis bekommen“, erklärte Machens gestern auf Nachfrage.
„Da ist getrickst worden. Ich kann Unrecht nicht ertragen und werde Rechtsmittel dagegen einlegen“, hatte CDU-Mitglied Machens schon auf dem Parteitag vor einer Woche angekündigt. Bei der Wahlkreismitgliederversammlung konnte wie berichtet der parteilose Bewerber Ingo Meyer die Wahl mit 114 zu 110 Stimmen gegen CDU-Mann Christian Grahl knapp für sich entscheiden.
Machens sieht im Vorgehen des damaligen Vorstandes unter der Vorsitzenden Eva Möllring durch formelle Fehler einen „vorsätzlichen Rechtsbruch“ gegen das Niedersächsische Kommunalwahlgesetz. Parteichefin Möllring, wie Machens auch Juristin, hatte dieser rechtlichen Sichtweise beim Parteitag widersprochen.
„Unser Parteivorstand war für die Einladung zum Parteitag nicht verantwortlich“, sagt der neue Parteichef der Stadt-CDU, Frank Wodsack. Er kenne die Klage noch nicht und könne daher inhaltlich nichts dazu sagen. Der neue Parteivorstand wolle in jedem Fall eine rechtlich einwandfreie Situation. „Das dürfte im Interesse aller CDU-Mitglieder liegen“, unterstreicht Wodsack. Daher müsse jetzt das Parteigericht entscheiden.
Vorsitzender ist der frühere Richter am Landgericht, Heinz Brandes. Als die zwei Beisitzer fungieren Georg Teyssen und Ernst-Martin Behrens. Eigentlich gehört nach Auskunft von CDU-Geschäftsführer Gero Wessel auch Christian Grahl zu den Beisitzern. Wessel geht jedoch davon aus, dass sich Grahl für befangen erklärt und auf den Beisitz verzichtet.
Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Parteivorstandes in der übernächsten Woche will Wodsack über den Fall berichten. Dann müsse der Vorstand sehen, wie er mit dieser Situation umgehe. Über mögliche Konsequenzen werde der neue Parteivorstand nach dem Urteil des Parteigerichts entscheiden. (Das könnte bis hin zur Wiederholung des Parteitages mit der Wahl des OB-Kandidaten gehen.)
Klaus-Michael Machens steht mit seiner Kritik im Übrigen nicht allein. Auch Klaus Veuskens hatte auf dem Parteitag vor Verfahrensfehlern gewarnt, will aber zusätzlich zur Klage von Machens nichts unternehmen. Entschieden hat sich der CDU-Mann mittlerweile, bei der jetzt anstehenden turnusmäßigen Wahl des CDU-Ortsvereinsvorsitzenden in Itzum aus Arbeitsüberlastung nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren. Veuskens will Grahl als seinen Nachfolger vorschlagen.
„Ich verlasse mich auf den alten Parteivorstand und gehe deshalb davon aus, dass das Wahlergebnis Bestand hat. Mit etwas anderem beschäftige ich mich nicht“, kommentiert Christian Grahl auf Nachfrage dieser Zeitung die neue Entwicklung. „Als fairer Verlierer gehe ich auf keinen Fall gegen die Wahl an.“
Dass eine Wiederholung nicht ausgeschlossen ist, zeigt der CDU Kreisverband Aurich. In einem ähnlich gelagerten Fall hatte das dortige CDU Parteigericht den Beschluss des Parteitages für ungültig erklärt und das Abstimmungsergebnis über die Nominierung eines Landratskandidaten aufgehoben. Parallelen zur Nominierung des hiesigen OB-Kandidaten drängen sich durchaus auf.
Angst vor großen Tieren hatte der ehemalige Zoochef Klaus-Michel Machens noch nie. Der CDU-Mann ist als Kämpfer bekannt. Sein Rechtsempfinden ist derart stark ausgeprägt, dass er wenig Rücksicht auf andere nimmt. Natürlich wäre es ihm aus taktischen Gründen viel lieber, Bruder Kurt Machens müsste bei der OB-Wahl gegen Christian Grahl (CDU) und weitere Parteikandidaten antreten. Ihm die Klage gegen die Wahl von Ingo Meyer allein als Manöver für seinen Bruder auszulegen, wäre aber zu kurz gesprungen. Kurt Machens wird der Streit eher ungelegen kommen. Er schadet auch seinem Ansehen. Die CDU gerät nun erneut in Negativschlagzeilen. Dass sich Grahl als fairer Verlierer zeigt, spricht indes von Größe. Manfred Hüttemann







